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Saisonrückblick 2012

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Wir blicken auf eine erfolgreiche Saison 2012 zurück. Die neu aufgebaute Sportkarre hat sich als zuverlässiges Sportgerät gezeigt. Trotz der spärlichen Motorleistung waren gute Platzierungen möglich und das schreiben wir hauptsächlich der raffinierten Fahrwerksabstimmung zu. Es gibt aber auch ein paar Wermutstropfen, die Auspuffaufhängung hat sich 86c typisch als Schwachstelle gezeigt und der Tank wurde pünktlich zum Saisonende inkontinent. Vermutlich hat unser Auto eine Seele und wollte nicht ohne Fürsorge bis zum Frühjahr in der kalten Werkstatt auf uns warten.

„Der erste Meilenstein ist geschafft“

Als wir das Projekt Sportkarre begonnen haben, hatten wir klare Vorstellungen was wir für die Saison 2012 alles umsetzen wollten. Das Auto sollte höchsten Sicherheitsstandards im Clubsport genügen. Dafür wurden 6-Punkt Gurte, Schalensitze auf stabilen Sitzkonsolen und ein Überrollkäfig verbaut. Alle Verbindungen des Überrollkäfigs wurden mit 3 mm Blechen verschraubt und die vorderen Aufnahmen mit der Karosse verschweißt. Sämtliche Schraubverbindungen entsprechen der Festigkeitsklasse 8.8 und sind mit Schraubensicherungmitteln verbaut worden. Zusätzlich haben wir alle Schrauben mit einem Siegellack versehen, der ein ungewolltes lösen der Schraubverbindungen frühzeitig sichtbar macht.

Käfig detail 560x425

Die Sicherheitsgurte sind mit „Schnapphaken“ in Ringösen eingehängt worden. Die Ringösen werden in eine Konterplatte mit Aufschweißmutter an der Fahrzeugunterseite eingeschraubt. Die Fläche der Konterplatte stellt eine ausreichende Belasstbarkeit des Gurtverankerungspunktes sicher. Schließlich mußte unsere Eigenkonstruktion den strengen Augen eines TÜV-Ingenieurs standhalten und fand nach umfangreicher Prüfung den Weg in die Fahrzeugpapiere.

Gurte 560x425

Eine verwindungssteife Karosserie sorgt dafür, dass das Fahrwerk kontrolliert über die Feder- / Dämpferkombination abgestimmt werden kann. Ungewollte Verwindungen des Aufbaus werden minimiert. Neben dem Überrollkäfig sorgen zahlreiche Verstrebungen an stark belasteten Karosseriepunkten für maximale Stabiltät und Spurteue.

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Die Saison 2012 steht für uns unter dem Zeichen der Fahrwerksoptimierung. Durch die Erfahrungen der letzten Jahre, konnten wir auf diesem Gebiet große Fortschritte machen. Die Sportkarre ist der leistungsschwächste Polo, den SEMA-Motorsport jemals eingesetzt hat. Aber die Fahrzeiten in Sülfeld zeigen mit 52er Zeiten, dass das Auto jede Menge Potential besitzt. Zur Zeit fehlen uns noch 30% Motorleistung für unsere Klasse! In der Winterpause 2012/2013 werde wir diesen Nachteil ausgleichen. Erst danach kann man das ganze Potential der Sportkarre voll ausschöpfen. In der verbleibenden Zeit werden wir das Fahrverhalten weiter optimieren, um ideale Vorraussetzungen für einen stärkeren Motor zu schaffen.

Clubsprint MSC-Holstein 2012
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Foto: Christian Ansorge


„Nathalie und die Sportkarre - gemeinsam auf Erfolgskurs“

Wir haben in der letzten Zeit viel geschraubt und organisiert, um rechtzeitig zur Veranstaltung in Bad Segeberg startklar zu sein. Der Überrollkäfig war erst am Donnerstag vor dem Wochenende eingetroffen, so dass uns keine Zeit mehr für den Einbau und die Eintragung blieb. Der Kurs in Segeberg ist erfahrungsgemäß sehr anspruchsvoll und stellt durch einige Bodenwellen im schnellen Streckenabschnitt hohe Anforderungen an das Fahrwerk und den Fahrer. Es war also eine ideale Strecke, um der Sportkarre „auf den Zahn zu fühlen“. Zu erst ging Sebastian in der stark besetzten 2a an den Start. Die Fahrzeuge der Gegner allesamt deutlich besser motorisiert als die Sportkarre. Sebastian ist letztes Jahr relativ selten gefahren und dementsprechend gering waren seine Erwartungen. Bei der ersten Veranstaltung war er noch mit dem ausloten der Möglichkeiten beschäftigt, wie man an den doch recht unterschiedlichen Fahrzeiten schnell erkennen konnte. Mit Platz 7 von 11 konnte er sich ein Platz im Mittelfeld sichern. Für Nathalie als blutige Neueinsteigerin stand die Aufregung im Vordergrund und sie war froh als sie endlich am Vorstart im Auto saß. Sie beendete Ihren ersten Lauf immerhin nicht als letzte, Platz 4 von 5.

Bei der Veranstaltung am Nachmittag konnten wir bereits erste Erkenntnisse vom Vormittag in die Abstimmung der Sportkarre einfließen lassen. Sebastian fuhr in beiden Wertungsläufen eine gleichmäßige 52er Zeit. Er konnte sich damit erneut eine gute Platzierung im Mittelfeld sichern (Platz 9 von 13) und sogar ex Polo-Cup Fahrer Maximilian Schneider hinter sich lassen, der durch einen Pylonenfehler trotz guter Fahrzeiten auf die hinteren Ränge verwiesen wurde. Dann ging es für Nathalie erneut in der Einsteigerklasse an den Start. Bei der Vormittagsveranstaltung beschrieb sie für die Straßenreifen ein Fahrverhalten, dass sich für Sebastian nach Untersteuern anhörte. Die nachfolgende Änderung des Reifendruckes war aber wohl etwas zu viel des Guten, denn sie legte im Training einen spektakulären Dreher hin - „So jetzt weiß sie auch was Übersteuern ist!“ :) Sie ließ sich aber von dieser Erfahrung nicht beeindrucken und stellte sich mit einem Lächeln erneut in die Startaufstellung. Der erste Wertungslauf brachte dann eine respektable Zeit und er war fehlerfrei. Der zweite Wertungslauf zeigte dann, dass dieses kein Zufall war. Nathalie sicherte sich damit einen verdienten zweiten Platz auf dem Treppchen und konnte voller Stolz ihren ersten Pokal und damit auch den ersten Pokal mit der Sportkarre mit nach Hause nehmen. Glückwunsch und weiter so!
  

Suelfeld 2012

„Jippie, das Radio läuft “

Eigentlich sollten wir uns lieber mit dem Einbau des Überrollkäfiges beschäftigen, aber die Firma Heigo Autotechnik lässt sich bei der Lieferung alle Zeit der Welt. Um die aufkommende Langeweile zu bekämpfen und sich nicht die ganze Zeit über Heigo zu ärgern, haben wir uns diesmal um das Autoradio und die Bremsflüssigkeit gekümmert. Der Austausch der Bremsflüssigkeit verlief problemlos und war wahrhaftig kein Luxus. Als wir das Auto gekauft haben, war ein Blaupunkt Kassettenradio installiert. Wir wollten es einschalten, doch das Radio zeigte nur „Code“ im Display an. Den hatten wir natürlich nicht vom Verkäufer mitbekommen. Vielleicht steht der Code ja auf dem Radio? Also bauten wir das Radio kurzerhand aus, um unsere Vermutung zu überprüfen. Wir hatten Glück und der Code stand tatsächlich auf dem Gehäuse. Nach der Eingabe des Codes dann die Enttäuschung. Nicht einmal ein Rauschen war in den Lautsprechern zu hören. Kein Wunder, denn unter den originalen Abdeckungen gab es gar keine Lautsprecher mehr. :) Stattdessen Lüsterklemmen und abgerissene Lautsprecherleitungen. Ganz klar, da waren Profis am Werk! Zum Glück hatte der Elektronikmarkt in der Nähe noch geöffnet und wir konnten einen neuen Lautsprechersatz von MAC-Audio für 19,95 € einbauen. Die Verkabelung wurde mit KFZ-Quetschverbindern fachmännisch repariert und ein erneuter Probelauf gestartet. Jetzt hatten wir zwar ein leises Rauschen in den Lautsprechern, aber keine Musik. Nachdem wir die Verkabelung und die Antenne überprüft hatten, musste also das Radio kaputt sein. Ein neues wollten wir nicht kaufen. Nach kurzer Ratlosigkeit schauten wir in dem „Ersatzteil-Polo“ auf dem Hof nach. Er hatte tatsächlich noch ein Radio eingebaut: Ein originales VW Gamma Radio mit vier Senderspeichern, Kassette und automatischen Verkehrsfunk … und es lief. Stilgerechter kann man einen Youngtimer wie unseren Polo wohl kaum beschallen. :)

„Von der Kupplung zum Zündfunken“

Bereits bei einer der ersten Probefahrten stellten wir fest, dass es mit der Kupplung der Sportkarre nicht gerade gut bestellt war. Da Sebastian den letzten Kupplungswechsel auf Auffahrrampen noch zu gut in Erinnerung hatte, entschieden wir uns diese Reparatur in einer ortsansässigen Werkstatt ausführen zu lassen. Bevor die Sportkarre in die Werkstatt gebracht wurde, haben wir aber noch schnell das Kupplungsseil (Automatikseil) gegen einen einstellbaren Kupplungszug mit Rückholfeder ausgetauscht. Obwohl, so schnell war das gar nicht, denn der Kupplungszug war bei VW entfallen und die Teilenummer der Rückholfeder im System nicht auffindbar. Zum Glück hatten wir uns vorab im Internet informiert und eine passende Teilenummer für die Feder in der Hand (084 141 741 A). Der einstellbare Kupplungszug war bei Matthies Autoteile sogar noch auf Lager, so dass wir ihn umgehend einbauen konnten. Der Schleifpunkt ließ sich nun exakt auf unsere Bedürfnisse einstellen. Jetzt fehlte nur noch die Kupplung. Der Termin in der Werkstatt war gemacht und wir konnten die Sportkarre einen Tag später aus der Werkstatt abholen. Die Chefin merkte mit einem Lächeln an: “Ich brauchte ganz schön lange, um überhaupt in das Auto einzusteigen.“ Ist halt ein Sportgerät, da bedarf es einer gewissen Fitness ;)
Wir haben den Polo dann zurück in die heimische Werkstatt gefahren und beim Versuch durch das Hallentor zu fahren, ging der Wagen plötzlich aus. Wir starteten den Wagen erneut und widerwillig und mit ruckelndem Motor konnten wir die Sportkarre in die Halle fahren. An ihrem Platz angekommen, ging der Motor erneut aus. Das konnte doch gar nicht sein, der lief doch vorher immer einwandfrei. Sebastian hat dann die Massepunkte am Getriebehalter vorne kontrolliert, schließlich war die Werkstatt ja dabei gewesen. Alles fest und mit gutem Kontakt. Sebastian meinte dann, dass hört sich nach einem Problem mit der Zündanlage an, wie recht er doch hatte. Beim erneuten Versuch die Sportkarre zu starten, kam dann im wahrsten Sinne des Wortes der Lichtblick. Der Zündfunke war an der Verteilerkappe von außen sichtbar. Nach kurzer Sichtprüfung stand fest, der mittlere Anschluss der Verteilerkappe hatte einen Haarriss, so dass der Funke sich kurzerhand einen kürzeren Weg gesucht hatte. „Der Strom, die faule Sau“. Zum Glück hatten wir noch ein passendes Ersatzteil in der Werkstatt liegen. Jetzt wo die Sportkarre wieder läuft, warten wir gespannt auf den Liefertermin des Heigo-Überrollkäfigs, der leider schon eine mehrwöchige Verspätung hat.

„Bitte nehmen Sie Platz“

Eine „reale Sportkarre“ zeichnet sich durch eine Sitzschale mit gutem Seitenhalt und ein ausgefeiltes Rückhaltesystem aus. Das darf bei unser Sportkarre natürlich nicht anders sein. Deshalb haben wir uns heute ausgiebig mit dem Thema Insassenschutz beschäftigt. Die dafür notwendigen Maßnahmen haben wir bereits vorab mit unserem TÜV-Sachverständigen durchgesprochen. Dem fachgerechten Einbau kommt eine große Bedeutung zu. Die Gurte müssen optimal verlaufen, die Gurtösen in Richtung der Hauptkraftrichtung zeigen und selbstverständlich haben wir alle sensiblen Teile mit Loctide gesichert.

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Beim Einbau der Sitzkonsolen (Wiechers Sport) haben wir leider ein Rostnest entdeckt. Eine zehn Pfennigmünze, die vermutlich schon etliche Jahre in dem Polo als Wertanlage gelegen hatte, rostete unter dem Teppich im verborgenen. Das Problem war zum Glück schnell beseitigt :)

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Es sind die kleinen Details, die unsere Sportkarre zu einem ganz besonderen Automobil machen. Dieser Maxime folgend hat der Zündschlüssel einen passenden Anhänger erhalten.

Zündschlüssel

„Heute ging es der Sportkarre an das Fahrwerk“

Beim Slalom merkt man wie bei fast keiner zweiten Motorsportart, was das Fahrwerk zu leisten im Stande ist. Das originale Fahrwerk unserer Sportkarre ist weder auf dem Stand der Technik, noch ist der Zustand als brauchbar zu bezeichnen. Deshalb haben wir sämtliche Achsteile gegen neue Serien- oder Spezialteile ausgetauscht.

Basti Boden

Manche Teile des alten Fahrwerkes wollten sich um keinen Preis ausbauen lassen. Der Stoßdämpfer auf der Beifahrerseite war über die Jahre mit der Mutter eins geworden. Da half nur noch die Bohrmaschine, mit der kurzerhand der ganze Domteller in einen Schweizer Käse verwandelt wurde.

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Das Resultat ist ein Domteller der ganz besonderen Art :)

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Als das Auto endlich von seinen schrottreifen Fahrwerksteilen befreit war, konnten wir das Fahrwerk einbauen. Wir haben uns für eine Kombination aus H&R Sportfedern und Bilstein Sportstoßdämpfern entschieden.

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Am Ende eines arbeitsreichen Tages musste nur noch das ganze Chaos in der Werkstatt beseitigt werden und wir hatten trotzdem noch Zeit für eine kurze Probefahrt :)

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TÜV bis 2014 - Mit leichten Mängeln mit der Sportkarre durch den TÜV -

Beanstandet wurden die 145er Reifen, da stimmen wir mit dem Prüfer überein: Solche Reifen sind ja auch völlig slalomuntauglich ;). Aber er kann beruhigt schlafen, denn Motorsportler wissen: „Reifen sind das wichtigste Bauteil am Fahrzeug“. Daran sollte man niemals sparen und eine Sportkarre braucht anständige Reifen!
Die bewährten A048 Yokohama Semi-Slicks liegen auch schon zur Montage in der Werkstatt bereit.

HU Plakette 2014

Vorbereitung für den TÜV#1

Heute haben wir fast den ganzen Tag in der Werkstatt verbracht, um die Sportkarre auf ihren ersten TÜV-Termin vorzubereiten. Die fast zwanzig Jahre und die lieblose Behandlung der Vorbesitzer sind nicht spurlos an dem Auto vorübergegangen. Unabhängig von dem anstehenden Termin zur Hauptuntersuchung stehen da noch einige kosmetische Operationen an der Karosserie an. Wir drücken unser Sportkarre die Daumen, dass sie ihren ersten TÜV-Termin am kommenden Donnerstag besteht. Danach wird es dann mit den umfangreichen Umbauten für den Motorsport weitergehen.

Sportkarre HU

Projekt Sportkarre - „back to the roots“
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Die Idee zu dem Projekt "Sportkarre" ist in der Saison 2011 entstanden. Die Vorbereitung und Nachbereitung der Rennveranstaltungen mit dem silbernern Polo waren sehr zeit- und auch kostenaufwändig. Dadurch ist die Zeit für den Rennsport immer knapper geworden. Die Sehnsucht sich einfach wieder in ein Auto zu setzen und ein paar Runden zu drehen, ohne Wochen in der Werkstatt zu verbringen, wuchs mehr und mehr. Die Entscheidung für ein neues Projekt fiel schwer, denn schließlich bedeutet es auch, dass es das Aus für das bisherige Projekt ist. Wenn man soviel Energie und Leidenschaft, von Zeit und Geld ganz zu schweigen, in ein Auto gesteckt hat, dann fällt es nicht leicht, es "stillzulegen". Doch manchmal muss man einfach vernünftig sein und weniger auf den Bauch und mehr auf den Kopf hören.

Mit dem Projekt "Sportkarre" geht es wieder zurück zum Anfang - back to the roots. Nur die Erfahrungen der letzten Jahre können wir mitnehmen. Neues Auto, neues Glück, neues Team. Bevor wir zum Projekt „Sportkarre“ mehr verraten, geht es aber erstmal wieder zurück in die Werkstatt; Schrauben drehen, Muttern drehen… :)