„Der erste Meilenstein ist geschafft“

Als wir das Projekt Sportkarre begonnen haben, hatten wir klare Vorstellungen was wir für die Saison 2012 alles umsetzen wollten. Das Auto sollte höchsten Sicherheitsstandards im Clubsport genügen. Dafür wurden 6-Punkt Gurte, Schalensitze auf stabilen Sitzkonsolen und ein Überrollkäfig verbaut. Alle Verbindungen des Überrollkäfigs wurden mit 3 mm Blechen verschraubt und die vorderen Aufnahmen mit der Karosse verschweißt. Sämtliche Schraubverbindungen entsprechen der Festigkeitsklasse 8.8 und sind mit Schraubensicherungmitteln verbaut worden. Zusätzlich haben wir alle Schrauben mit einem Siegellack versehen, der ein ungewolltes lösen der Schraubverbindungen frühzeitig sichtbar macht.

Käfig detail 560x425

Die Sicherheitsgurte sind mit „Schnapphaken“ in Ringösen eingehängt worden. Die Ringösen werden in eine Konterplatte mit Aufschweißmutter an der Fahrzeugunterseite eingeschraubt. Die Fläche der Konterplatte stellt eine ausreichende Belasstbarkeit des Gurtverankerungspunktes sicher. Schließlich mußte unsere Eigenkonstruktion den strengen Augen eines TÜV-Ingenieurs standhalten und fand nach umfangreicher Prüfung den Weg in die Fahrzeugpapiere.

Gurte 560x425

Eine verwindungssteife Karosserie sorgt dafür, dass das Fahrwerk kontrolliert über die Feder- / Dämpferkombination abgestimmt werden kann. Ungewollte Verwindungen des Aufbaus werden minimiert. Neben dem Überrollkäfig sorgen zahlreiche Verstrebungen an stark belasteten Karosseriepunkten für maximale Stabiltät und Spurteue.

Strebe 560x425

Die Saison 2012 steht für uns unter dem Zeichen der Fahrwerksoptimierung. Durch die Erfahrungen der letzten Jahre, konnten wir auf diesem Gebiet große Fortschritte machen. Die Sportkarre ist der leistungsschwächste Polo, den SEMA-Motorsport jemals eingesetzt hat. Aber die Fahrzeiten in Sülfeld zeigen mit 52er Zeiten, dass das Auto jede Menge Potential besitzt. Zur Zeit fehlen uns noch 30% Motorleistung für unsere Klasse! In der Winterpause 2012/2013 werde wir diesen Nachteil ausgleichen. Erst danach kann man das ganze Potential der Sportkarre voll ausschöpfen. In der verbleibenden Zeit werden wir das Fahrverhalten weiter optimieren, um ideale Vorraussetzungen für einen stärkeren Motor zu schaffen.

Clubsprint MSC-Holstein 2012
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Foto: Christian Ansorge


„Nathalie und die Sportkarre - gemeinsam auf Erfolgskurs“

Wir haben in der letzten Zeit viel geschraubt und organisiert, um rechtzeitig zur Veranstaltung in Bad Segeberg startklar zu sein. Der Überrollkäfig war erst am Donnerstag vor dem Wochenende eingetroffen, so dass uns keine Zeit mehr für den Einbau und die Eintragung blieb. Der Kurs in Segeberg ist erfahrungsgemäß sehr anspruchsvoll und stellt durch einige Bodenwellen im schnellen Streckenabschnitt hohe Anforderungen an das Fahrwerk und den Fahrer. Es war also eine ideale Strecke, um der Sportkarre „auf den Zahn zu fühlen“. Zu erst ging Sebastian in der stark besetzten 2a an den Start. Die Fahrzeuge der Gegner allesamt deutlich besser motorisiert als die Sportkarre. Sebastian ist letztes Jahr relativ selten gefahren und dementsprechend gering waren seine Erwartungen. Bei der ersten Veranstaltung war er noch mit dem ausloten der Möglichkeiten beschäftigt, wie man an den doch recht unterschiedlichen Fahrzeiten schnell erkennen konnte. Mit Platz 7 von 11 konnte er sich ein Platz im Mittelfeld sichern. Für Nathalie als blutige Neueinsteigerin stand die Aufregung im Vordergrund und sie war froh als sie endlich am Vorstart im Auto saß. Sie beendete Ihren ersten Lauf immerhin nicht als letzte, Platz 4 von 5.

Bei der Veranstaltung am Nachmittag konnten wir bereits erste Erkenntnisse vom Vormittag in die Abstimmung der Sportkarre einfließen lassen. Sebastian fuhr in beiden Wertungsläufen eine gleichmäßige 52er Zeit. Er konnte sich damit erneut eine gute Platzierung im Mittelfeld sichern (Platz 9 von 13) und sogar ex Polo-Cup Fahrer Maximilian Schneider hinter sich lassen, der durch einen Pylonenfehler trotz guter Fahrzeiten auf die hinteren Ränge verwiesen wurde. Dann ging es für Nathalie erneut in der Einsteigerklasse an den Start. Bei der Vormittagsveranstaltung beschrieb sie für die Straßenreifen ein Fahrverhalten, dass sich für Sebastian nach Untersteuern anhörte. Die nachfolgende Änderung des Reifendruckes war aber wohl etwas zu viel des Guten, denn sie legte im Training einen spektakulären Dreher hin - „So jetzt weiß sie auch was Übersteuern ist!“ :) Sie ließ sich aber von dieser Erfahrung nicht beeindrucken und stellte sich mit einem Lächeln erneut in die Startaufstellung. Der erste Wertungslauf brachte dann eine respektable Zeit und er war fehlerfrei. Der zweite Wertungslauf zeigte dann, dass dieses kein Zufall war. Nathalie sicherte sich damit einen verdienten zweiten Platz auf dem Treppchen und konnte voller Stolz ihren ersten Pokal und damit auch den ersten Pokal mit der Sportkarre mit nach Hause nehmen. Glückwunsch und weiter so!
  

Suelfeld 2012