Wir haben Rallyefieber

WP, ZK, DK? Nein, WP steht nicht für Werbepause, ZK steht nicht für Zündkerze und DK nicht für Drosselklappe. Hier ist mit WP - Wertungsprüfung, mit ZK - Zeitkontrolle und mit DK - Durchfahrtskontrolle gemeint gewesen. Genaueres findet man im Bordbuch und auf der Bordkarte. Noch Fragen? Alles böhmische Dörfer für Euch? Das war es für uns auch, als wir an unserem ersten Clubsprint teilgenommen haben. Der Clubsprint ist eine „kleine Variante“ des Rallyesports. Die einzelnen Wertungsprüfungen sind zwischen vier und fünf Kilometern lang. Gestartet wird in 20 Sekunden Abständen. Der Streckenbelag ist Asphalt oder Beton. Für den ADAC Schleswig-Holstein ist diese Art des Motorsports noch Neuland und man betrachtet es als Pilotprojekt. Der Clubsprint des MSC-Holstein bestand aus 4 Wertungsprüfungen. Die ersten zwei Prüfungen waren drei Runden rund um das ehemalige Tanklager auf dem Flugplatz hungriger Wolf. WP3 und WP4 bestanden aus jeweils vier Runden auf der selben Strecke. Für Nathalie war es die ideale Chance auf dem heißen Stuhl neben Sebastian Platz zu nehmen. Für Sebastian als Slalomfahrer war es sehr ungewohnt, eine Strecke ohne Pylonen vorzufinden. Hatte da jemand etwas vergessen? Nein, bei dem Clubsprint des MSC-Holstein gab es nur eine Schikane auf der langen Geraden, um das Tempo aus den Autos etwas rauszunehmen. Die Schikane bestand aus mehreren Reifenstapeln. Wir haben diese jedes Mal an dem Platz stehen lassen. Andere suchten nach Teilen ihrer Stoßstange. In WP2 war uns dann ein BMW 318is auf den Fersen. In den engen Kurven brach sein Heck mehrmals aus, während der Polo stabil in der Spur blieb. Durch ein großes Plus an Motorleistung konnte der BMW aber immer wieder auf den Polo aufschließen. In seiner letzten Runde hat sich dann Sebastian durch den Verfolger dazu überreden lassen, eine Runde zu früh von der Strecke zu fahren. Völlig unnötig hat uns das eine Zeitstrafe von der doppelten Fahrzeit eingebracht. Er hätte auf seine Beifahrerin hören sollen. Das wurde nach dem Zieleinlauf auch von allen anderen Fahrern bestätigt. Sebastian gelobte Besserung und würde in Zukunft auf seine Beifahrerin hören. In WP3 hat er das dann auch gleich gemacht und ist brav nach Ansage eine Runde zuviel gefahren :)
Das Gesamtergebnis konnte also nicht mehr berauschend ausfallen. Auf die angestrebte Meisterschaft hat dieser Ausflug in den „Rallyesport“ keinen Einfluß, aber der sportliche Ehrgeiz hat uns gepackt und wir werden es das nächste Mal packen. 4 links über Kuppe bis zum Sieg :)

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Foto: Christian Ansorge
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Foto: Christian Ansorge
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Foto: Christian Ansorge
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Foto: Christian Ansorge